Schwangerschaft:

Wir bemühen uns um eine vollständige und umfassende Betreuung Ihrer Schwangerschaft. Wir haben zwei moderne Ultraschallgeräte (GE E8).

Bevor Sie schwanger werden:

Abklärung des Impfstatus und notwendige Auffrischungen bezüglich Windpocken, Masern-Mumps-Röteln, Diphterie-Tetanus-Keuchhusten Folsäureprophylaxe, Beratung bei Medikamenteneinnahme

Wenn Sie schwanger sind:

Betreuung der gesamten Schwangerschaft bis über den Termin hinaus.
Wir bieten zusätzliche empfohlene Untersuchungen auf wichtige therapierbare Infektionskrankheiten an (Toxoplasmose Cytomegalie Parvovirus) einschließlich Streptokokkentest vor der Geburt Grippeimpfung gemäß StIKo-Empfehlung

Zuckertest auf Schwangerschaftsdiabetes mit sofortigem Ergebnis

Pränataldiagnostik: Wir sind Mitglieder der DEGUM und der FMF Deutschland

Wir beraten Sie ergebnisoffen zu Ersttrimesterscreening (Nackenfaltentest), nicht invasiven pränatalen Bluttesten (NIPT, z. B. Harmonytest, Praenatest, Panoramatest), Fruchtwasseruntersuchung und führen diese auch durch.

In der gesamten Schwangerschaft machen wir Ultraschall auf Fehlbildungen, Doppleruntersuchungen und 3D/4D-Sonographie, dazu gehört natürlich der Fehlbildungsultraschall in der zwanzigsten Schwangerschaftswoche.

Nach der Geburt:

Nachsorge, Beratung zur Verhütung, Behandlung von Wochenbettproblemen

Weitere Informationen zu den einzelnen Untersuchungen:

Toxoplasmose ist eine durch Toxoplasma gondii ausgelöste Erkrankung.

Endwirte: Katzen (alle Katzenarten). Verbreitung: weltweit

Reservoir: Schweine und andere Schlachttiere, Geflügel, Wildtiere, Schaf, Ziege

Durchseuchung in Deutschland: geschätzt 50%, nimmt mit steigendem Lebensalter zu, bei Frauen im gebärfähigen Alter schätzungsweise unter 50%

Für Infektionen im Zusammenhang mit der Geburt besteht eine Meldepflicht.

Infektionsweg:

rohes oder ungenügend behandeltes Fleisch

Aufnahme mit kontaminierter Nahrung oder Erde (z. B. bei der Gartenarbeit)

Der Erreger wird mit dem Katzen-Kot ausgeschieden und nach einer 2-4 Tage dauernden Reifephase infektiös.

Abtöten der Erreger: Unter -21 Grad frosten oder Kerntemperatur über 50 Grad

Symptome: normalerweise in 80-90% keine, 10-20% leichtes grippe-ähnliches Krankheitsbild mit Lymphknotenschwellung

Erstinfektion in der Schwangerschaft kann zur Übertragung auf das Kind führen mit steigendem Risiko im Laufe der Schwangerschaft,  von im ersten Trimenon ca. 15% auf im letzten Trimenon ca. 60%. Erstinfektionen im ersten oder zweiten Trimenon können zu Schäden am Kind oder zur Fehlgeburt führen: Netzhautentzündung mit Blindheit, Wasserkopf und Verkalkungen im Gehirn

Diagnostik: Blut Antikörper IgG und IgM

Empfehlung: Klärung des Immunstatus bereits vor der Schwangerschaft, Schwangere ohne Schutz regelmäßig untersuchen, Maßnahmen zur Infektionsvermeidung:

  • Keine rohen oder nicht ausreichend erhitzten, gefrosteten oder durch andere Verfahren adäquat behandelten Fleischprodukte essen.
  • Rohes Gemüse und Früchte vor dem Verzehr gründlich waschen.
  • Waschen der Hände vor dem Essen.
  • Waschen der Hände nach dem Zubereiten von rohem Fleisch, nach Garten-, Feld- oder anderen Erdarbeiten und nach dem Besuch von Sandspielplätzen.
  • Bei Halten einer Katze in der Umgebung der Schwangeren sollte diese mit Dosen- und/oder Trockenfutter ernährt werden. Die Kotkästen sollten täglich durch andere Personen mit heißem Wasser gereinigt werden.

Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft kann durch eine Therapie mit Antibiotika ein Schaden am Kind verhindert werden.

Quelle: Robert-Koch-Institut
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/Toxoplasmose/Toxoplasmose.html;jsessionid=901695DABE5C6D09256A0DC4B429AB99.2_cid390?cms_box=1&cms_current=Toxoplasmose&cms_lv2=2390222

Zytomegalie (CMV) ist ein Virus der Herpesgruppe (hat aber nichts mit „Herpes“ zu tun). Das Virus ist weltweit verbreitet und der häufigste Erreger einer kongenitalen (angeborenen) viralen Infektion.

Reservoir: vor allem Kleinkinder bis zum dritten, teils bis zum 8. Lebensjahr. Übertragen werden kann durch Tränen, Speichel, Urin, Genitalsekret, Muttermilch und Blut (damit auch beim Stillen Küssen und Sexualkontakt).

Inkubationszeit: 4-6 Wochen falls überhaupt klinische Symptome auftreten. Ansteckung: Das Virus kann lebenslang überdauern und reaktiviert werden, daher kann jeder Virusträger lebenslang immer mal wieder ansteckend sein.

Symptome: meist keine, wenn dann unspezifische Zeichen wie Abgeschlagenheit, Fieber, Husten.

Infektion des Kindes in der Schwangerschaft: Wachstumsverzögerung, Hörschäden, neurologische Spätschäden.

Der Nachweis erfolgt aus dem Blut – IgG, IgM und Avidität je nach Ergebnis.

Das Kind ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft am meisten gefährdet, Übertragung auf das Kind in 20%, dann aber bei über 50% schwere Schäden (Hörschäden, verzögertes Wachstum, geistige Behinderung). Die Übertragung auf das Kind ist zwar später in der Schwangerschaft deutlich häufiger, jedoch entsteht keine Schädigung.

In der Schwangerschaft ist eine Reaktivierung möglich – dabei ist das Kind im Regelfall durch die mütterliche Immunität geschützt. Ebenfalls ist eine Zweitinfektion durch einen anderen Genotypen möglich. Auch hier ist das Kind durch die Immunität der Mutter weitest gehend geschützt.

Empfehlung: Der Immunstatus sollte vor Schwangerschaftsbeginn bestimmt werden. Falls die Möglichkeit einer Infektion besteht Blutkontrolle in der Schwangerschaft.

Infektionsvermeidung: ungeschützte Schwangeres mit engem Kontakt zu Kleinkindern: sorgfältigste Händehygiene (nach Windelwechseln, Waschen, Füttern,  Mund abwischen, Nase putzen, Tränen trocknen, Kontakt mit in den Mund genommenem Spielzeug) – zu Hause Wasser und Seife, bei beruflichem Kontakt Händedesinfektionsmittel. Küssen auf den Mund ist zu unterlassen. Geschirr, Besteck, Handtücher, Waschlappen oder Zahnbürsten sollen nicht gemeinsam genutzt werden.

Quelle: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Zytomegalievirus.html

Parvovirus B19:

Erreger der Ringelröteln (Erythema infectiosum)

Wirt: Mensch

Inkubationszeit: 1-2 Wochen

Klinische Symptome: meist keine, fleckiger makulopapulöser zentral ablassender Auschlag an den Wangen beginnend (schmetterlingsförmig) und exponierte Teile der Extremitäten. Bei Kindern noch Fieber und Unwohlsein, bei Erwachsenen rheumatische Beschwerden.

Nachweis: Blut IgG je nach Befund IgM und Virus-PCR

Schwangere: bei nicht immunen Schwangeren kann die Infektion in den ersten 6 Monaten auf das Kind übergehen in ca. 30% mit schweren Komplikationen in 5-10%: Hydrops (generalisierte Wassereinlagerung 20%), Fruchttod (9%) oder Fehlgeburten (5%), SS-Monat 4-6 Anämie (Blutarmut) und Herzschäden.

Verbreitung: 10-20% aller Kinder unter 3 Jahren haben eine Infektion durchgemacht, in späterem Alter über die Hälfte.

Übertragung durch Speichel und Tröpfchen, auch direkter Kontakt z. B. der Hände., besonders Klein- und Schulkinder, angespucktes oder in den Mund genommenes Spielzeug.

Empfehlung: Bestimmung des Immunstatus zu Beginn der Schwangerschaft.

Quelle:

http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/AK_Blut/Stellungnahmen/download/stPVB19.html

http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/krankheiten-von-a-bis-z/ringelroeteln-erythema-infectiosum.html

http://www.aerzteblatt.de/archiv/53223/Parvovirus-B19-Infektion-in-der-Schwangerschaft

Streptokokkentest:

Bei etwa 700 000 Geburten im Jahr in Deutschland sind etwa 100 000 Frauen Streptokokkenträger. Gut 100 Neugeborene werden damit infiziert, die Symptome sind septischer Schock, Blutvergiftung, Gehirnhautentzündung und Lungenentzündung. Etwa jedes dreißigste Neugeborene stirbt. (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77151/Neue-Diskussion-um-B-Streptokokken-Test-in-der-Schwangerschaft) In der Leitlinie wird der Suchtest empfohlen. Bei vorhandener Besiedelung wird während der Geburt ein Antibiotikum gegeben. (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/024-020l_S2k_Prophylaxe_Neugeborenensepsis_Streptokokken_2016-04.pdf)

Ersttrimesterscreening:

Beim sogenannten Ersttrimesterscreening oder Nackenfaltentest wird aus der Dicke der Nackenfalte des Kindes und 2 Blutwerten der Mutter in Verbindung mit dem mütterlichen Alter ein neues individuelles Risiko berechnet. Der Test sagt nicht, dass Ihr Kind krank oder gesund ist, sondern er berechnet ein statistisches Risiko. Man hat sich darauf geeinigt, ab einem Risiko von 0,33% (1:300) eine weitere vorgeburtliche Diagnostik zu empfehlen. Mit dieser Vorgehensweise kann man 85-90% der Kinder mit Trisomie 21 entdecken. Da 0,33% eine sehr niedrige Schwelle ist, wird bei einem auffälligen Ergebnis trotzdem in der folgenden Untersuchung überwiegend ein normales Ergebnis nachgewiesen.

Sind die einzelnen Blutwerte für sich genommen auffällig, muss ebenfalls an eine Chromosomenstörung gedacht werden, die dann aber eher mit dem oben erwähnten Array-Test zu finden ist.

Wir führen das Ersttrimesterscreening durch in Zusammenarbeit mit der FMF Deutschland. (www.fmf-deutschland.info/de/)

NIPT

nichtinvasiver pränataler Test aus dem mütterlichen Blut: Suchtest für die Trisomien 13, 18, und 21 sowie für Störungen der Zahl der Geschlechtschromosomen. Für die Trisomie 21 liegt die Entdeckungsrate bei >99%, für die anderen Trisomien mit den neueren Verfahren ähnlich, die sog. Falsch-positiv-Rate (also wenn der Test eine Auffälligkeit beschreibt, die nicht vorhanden ist) liegt bei <0,1%, also extrem niedrig.

Von einer Bestimmung der sog. Mikrodeletionssyndrome mit einem solchen Test wird derzeit abgeraten, da die Rate der falsch positiven Ergebnisse weit höher ist als die der richtig positiven und so zu viele unnötige Punktionen veranlasst werden.

Bekannte Tests sind Praenatest Harmonytest Prenatalis Panoramatest

Bereits die Bestimmung von Fehlern in der Zahl der Geschlechtschromosomen ist mit einer hohen Fehlerrate behaftet und bei Fachleuten umstritten, da diese Kinder weitgehend unauffällig sind.

Risikoberechnung mittels Nackenfaltentest und NIPT gelten als Screeningteste und sollen nur bei einem im Ultraschall unauffälligen Kind durchgeführt werden.

Fruchtwasseruntersuchung

Bei der Fruchtwasseruntersuchung (ab 15 Wochen) werden kindliche Zellen angezüchtet und sämtliche kindliche Chromosomen nach Anzahl, Vollständigkeit und Aufbau beurteilt. Die Entnahme des Fruchtwassers führt in erfahrener Hand maximal in 0,1-0,2% zur Fehlgeburt.

Die Chorionzottenbiopsie (ab 12 Wochen) liefert vergleichbare Ergebnisse, oft schneller, allerdings wird hierbei Mutterkuchengewebe untersucht, wobei in 1-2% die Chromosomenzahl von Mutterkuchen und Kind nicht identisch ist, so dass u. U. nachgetestet werden muss. Das Fehlgeburtsrisiko ist dem der Fruchtwasseruntersuchung vergleichbar.

Beide Verfahrenen ermöglichen die gesamte Diagnostik – routinemäßig auf alle Störungen der Chromosomenzahl und der -architektur. Dies zahlt die Krankenkasse.

Auf Einzelgene wird nur bei bestehendem Verdacht untersucht.

Array-Teste auf Mikrodeletionssyndrome sind möglich, werden von der Krankenkasse aber nicht übernommen. Sie werden empfohlen bei bestimmten Auffälligkeiten im Ultraschall oder bei sehr auffälligen Einzelwerten im Ersttrimesterscreening – besonders bei jüngeren Müttern.

Hier geht es zur 3D/4D Galerie